PCI Gazette 38, August 2010

Editorial

Robert Zürrer

Liebe  PCI Mitglieder

Wir konnten am 3. Juli in Bern zweifellos ein schönes und fröhliches PCI Fest erleben, welches sowohl von den Zuschauern wie auch von den Reiterinnen und Reitern mehrheitlich positiv beurteilt wurde. Die gute Mischung zwischen Prüfungen und anderen Darbietungen hat den Anlass aufgelockert und für eine gute Stimmung gesorgt. Ich würde mir persönlich noch wünschen, dass insbesondere neue Mitglieder sich überwinden könnten, bei zukünftigen Turnieren mitzumachen, damit wir etwas grössere Prüfungsklassen zustande bringen. Es geht ja bei unseren Turnieren nicht ums Gewinnen, sondern es soll den Reitern auch zeigen, wo sie mit ihren Pasos in der Ausbildung stehen und sie motivieren, weiter an sich und dem Ausdruck des Pferdes zu feilen. Dazu dienen letztlich auch die kommentierten Beurteilungen durch die Richterin.

Was mich besonders gefreut hat ist, dass wir dieses Jahr auch mehrere Mitglieder aus dem Ausland begrüssen durften. In einem Verein, dessen Mitglieder geographisch so weit verstreut sind, gehören Anlässe wie unsere Fiesta zu den wenigen Gelegenheiten, um sich auch mit solchen, welche weiter entfernt wohnen, einmal persönlich zu treffen und über gemeinsamen Interessen diskutieren zu können.

Es sind ja nicht nur Paso spezifische Fragen, welche uns länderübergreifend interessieren, sondern z.B. auch gewisse behördliche Auflagen, welche uns als Pferdehalter allgemein betreffen.

In der Schweiz gibt es zur Zeit einige Änderungen, welche auf die Pferdehalter und -besitzer zukommen. Neue Regelungen bei den Importbestimmungen, die Registrierungspflicht für Pferdehaltungen und die Einführung einer zentralen Pferdedatenbank stehen uns bevor oder sind bereits in Kraft. Mit der Begründung einer grösseren Lebensmittelsicherheit und einer besseren Überwachung im Falle einer auftretenden Pferdeseuche lässt sich problemlos jede administrative Auflage rechtfertigen!

Letzte Woche konnte man einer Schweizer Landwirtschaftszeitung entnehmen, dass in absehbarer Zeit ein ernster Mangel an Grossviehtierarztpraxen zu erwarten ist. Der Grund dafür ist nicht etwa, dass es zu wenig AbsolventInnen an Veterinärfakultäten gibt, sondern dass diese es bevorzugen, eine lukrativere Beschäftigung in der öffentlichen Verwaltung anzunehmen. Dort „bewirtschaften“ sie die behördlichen Auflagen und organisieren die damit anfallenden notwendigen Kontrollfunktionen.

Bleibt die Frage, ob uns – und vor allem den Pferden – im Fall eines Ausbruchs einer Pferdekrankheit mit einer genügenden Zahl von praktizierenden Grosstierärzten letztlich nicht besser gedient wäre als mit einer Horde Administratoren.

Ich wünsche allen einen wunderschönen Reiterherbst und hoffe, viele von euch an unserer GV am 30. Oktober begrüssen zu dürfen. Die Einladung folgt Ende September.

Robert Zürrer