PCI Gazette 37, Januar 2010

Jahresbericht des Präsidenten

Robert Zürrer

Nachdem unser Jahresprogramm letztes Jahr (2008) vom Grossanlass  BEA dominiert wurde, hat sich sozusagen wieder  Normalität in unserer Jahresplanung eingestellt. Ich will damit keineswegs andeuten, dass der PCI nichts Interessantes angeboten hat. Im Gegenteil, unsere PCI Veranstaltungen, sei es ein Höck, ein Wanderritt im Jura, Reitkurse und natürlich das Freundschaftsturnier, waren durchwegs attraktive Anlässe, welche von den Verantwortlichen mit grossem Einsatz sorgfältig und hervorragend geplant und durchgeführt und von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr geschätzt wurden.

Die in der Mai Gazette geäusserte etwas gar pessimistisch anmutende Aussage von Frau Svoboda, dass sich heutzutage fast niemand mehr getraue, so etwas wie Kurse oder gar ein Turniere zu organisieren aus Furcht vor zu wenig Teilnehmern und einem finanziellen Debakel, konnten wir damit doch etwas entkräften.

Zweifellos ist es für uns als Vorstand, und speziell für unsere Sportwartin, etwas enttäuschend, wenn die Teilnehmerzahl an einer mit viel Aufwand organisierten Veranstaltung allzu gering ausfällt. Aber natürlich sind wir uns auch bewusst, dass man mit der Grösse unseres Vereins kein riesiges Teilnehmerfeld erwarten kann. Umso befriedigender ist es dann, wenn diejenigen, die an einem Anlass mitmachen, sich positiv äussern und das Gefühl haben, einen tollen und  lehrreichen Tag erlebt zu haben.

Wir machen uns im Vorstand aber schon Gedanken, ob wir die Wünsche unserer Mitglieder mit unserem Jahresprogramm auch gut treffen. Deshalb haben wir beschlossen, wieder einmal eine Umfrage zu starten, in welcher sich alle äussern können betreffend der Art von Veranstaltung, welche sie bevorzugen.
An der letzten Jahreshauptversammlung habe ich in meinem Jahresbericht  darauf hingewiesen, dass  wir uns als Rassezuchtorganisation wieder neu um eine Anerkennung bemühen müssen. Neu sind diese Anerkennungen auf eine Frist von 10 Jahren beschränkt. Wie ich dann  auch schon erwähnt habe, muss für die Neuanerkennung als Rassezuchtorganisation entweder eine Zuchtwertschätzung oder, oder falls dies nicht möglich ist, eine genetische Bewertung der Zuchttiere durchgeführt werden. Eine Zuchtwertschätzung ist nach den geltenden Regeln der Tierzucht für eine Zuchtpopulation der Grösse, wie wir sie bieten, nicht realisierbar. Eine genetische Bewertung würde  bedeuten, dass die genetische Veranlagung der Zuchttiere  als Abweichung zu einem Vergleichsdurchschnitt auszudrücken wäre. Das wäre recht aufwändig und auch mit erheblichen Kosten verbunden. Nun gibt es aber im Gesetzestext zur Verordnung folgenden Abschnitt:

Hat die Zuchtorganisation, welche das Herdebuch über den Ursprung einer Rasse führt, in den Grundsätzen des Zuchtprogrammes für diese Rasse weder Zuchtwertschätzungen noch genetische Bewertungen vorgeschrieben, so müssen weder Zuchtwertschätzungen noch genetische Bewertungen durchgeführt werden.

Dies würde für uns meines Erachtens zutreffen. Soweit mir bekannt ist, führt weder der peruanische Verband für die PP‘s noch der kolumbianische bzw der US-amerikanische  für die PF‘s eine genetische Bewertung durch. Wir haben deshalb erneut ein Gesuch um Zuchtanerkennung eingereicht. Ob dieses positiv beurteilt, oder abgelehnt wird, kann ich im Moment noch nicht sagen. Für unsere Herdebuchführung hat der Entscheid so oder so keine grosse Bedeutung. Wir können selbstverständlich unser Pferderegister weiterführen wie bisher. Bei einem negativen Entscheid seitens des BLW (Bundesamt für Landwirtschaft) verlieren wir aber naturgemäss ein Anrecht auf Zuchtförderungsbeiträge.

Was uns gegenwärtig mehr und direkt beschäftigt und weiterhin beschäftigen wird, sind die Vorbereitungen zur Einführung einer zentralen Registrierung aller Pferde (auf dei Schweiz bezogen). Vorgesehen ist eine einheitliche Lebensnummer UELN, mit welcher die Pferde auf einer zentralen Datenbank gespeichert werden. Von behördlicher Seite wird diese Massnahme unter anderem mit der Lebensmittelsicherheit und natürlich mit analogen Bemühungen der EU begründet.

Viele Fragen zu diesem Thema sind allerdings noch offen, so z.B, wer ein Pferd der zentralen Datenbank melden muss; ob der Eigentümer sein Fohlen nun seinem Verband und der DB melden muss; welche Kosten anfallen; was passiert, wenn ein Pferd nicht gemeldet wird; ob Pferdepässe in Zukunft auch zentral ausgestellt werden sollen usw. Sicher ist, dass die zentrale Datenbank kommt. Sie soll auf 2011 eingeführt werden. Zu den Details werden ebenso sicher noch jede Menge Sitzungen notwendig sein. Man darf zudem gespannt sein, wie hoch zum gegebenen Zeitpunkt die Meldedisziplin der Pferdehalter sein wird.

Meine Erfahrungen mit der zentralen Registrierung beim Rindvieh lassen vermuten, dass auch bei der zentralen Datenbank für Pferde der Nutzen für die Tierbesitzer bedeutend kleiner sein wird als für die durchführende Softwarefirma.

Unser PCI Pferderegister gewinnt zunehmend an Beliebtheit, und dies nicht nur in der Schweiz, sondern vor allem im benachbarten Ausland. Das direkte Einfügen der Daten aus dem Herdebuch, wie z.B. die Abstammung in den Equidenpass, hat ein positives Echo ausgelöst. Damit sind alle relevanten Angaben zu einem Pferd in einem Dokument vereinigt. Man könnte sich sogar überlegen, ob wir überhaupt noch separate Abstammungsausweise benötigen! Ich möchte im Moment allerdings noch dazu raten, beides parallel auszugeben. Dies insbesondere angesichts der erwähnten offenen Fragen und auch bezüglich der zukünftigen Ausstellung der Pferdepässe.

Die rege Inanspruchnahme unserer Dienstleistung bezüglich Pferderegister, freut mich sehr, auch wenn die Anfragen manchmal doch deutlich zeitaufwändiger sind als mir lieb ist. Insbesondere wenn Pferde registriert werden sollen, die importiert worden sind, werden manchmal intensive Recherchen nötig, um eine Abstammung korrekt abzuklären. Eine genaue Abklärung ist jedoch unabdingbar, wenn wir unser Herdebuch seriös führen wollen. Aber auch bei aller Sorgfalt können sich hin und wieder Fehler einschleichen. Seit unser Pferderegister auf www.pferdedatenbank.ch im Internet besucht werden kann, haben wir auch schon hin und wieder Hinweise auf mögliche Fehler erhalten, welche natürlich sorgfältig geprüft und, falls notwendig, möglichst rasch korrigiert werden.

Robert Zürrer, Präsident Paso Club International