PCI Gazette 36, September 2009

PCI Jahresturnier 2009 in Dielsdorf

Huguette Zemp/Yvonne Ward

Für unser Turnier hatten wir diesmal die schöne Reithalle vom Kavallerieverein Dielsdorf ausgesucht. Vor ungefähr 16 Jahren veranstaltete der PCI auf diesem Gelände die ersten Schweizer Meisterschaften für Paso Finos und Paso Peruanos. Damals reisten sogar Mitglieder aus dem Ausland zur Teilnahme an, und Stände mit peruanischem und kolumbianischem Zubehör wurden präsentiert.

Dieses Jahr war der Aufmarsch wesentlich kleiner, aber Dank des Besuches von unseren Mitgliedern aus der Pfalz fühlten wir uns allemal ein bisschen international…

Das Teilnehmerfeld war mit 13 Pferden gemäss unseren Erwartungen besetzt. Einige unserer treuen Turnierreiter und -reiterinnen konnten dieses Jahr aus verschiedenen Gründen nicht teilnehmen. Dafür haben einige PCI Mitglieder ihr Turnierdebüt gefeiert, und dies teilweise mit grossem Erfolg.

Den ganzen Tag über wurde fairer Sport gezeigt, und die freundschaftliche Stimmung unter den Anwesenden haben alle sichtlich genossen. So ein kleines Turnier hat auch einen Vorteil, den ich persönlich nicht missen möchte: Die Richterin konnte in aller Ruhe die Klassierungen begründen und die Zielsetzung der Prüfungen erläutern, was sowohl für die Zuschauer wie natürlich auch für die Teilnehmer sehr interessant war. Jeder konnte so seine persönlichen Schwächen und Stärken erkennen und weiss nun, woran gearbeitet werden sollte.

Unserer Richterin Eve Barmettler und ihrer Assistentin Carla Tschümperlin gebührt ein herzliches Dankeschön für ihren unermüdlichen Einsatz. Dem Büro-Team, dem Küchen-Team und allen Helfern sage ich hier auch von Herzen DANKE, ihr habt’s super gemacht!

Es hat Spass gemacht, für euch diesen Anlass zu organisieren. Der Aufwand bleibt sich gleich, ob viele oder wenige mitmachen. Diese Gelegenheit, die Freundschaft zu pflegen und den Sportgeist wach zu halten, möchte ich persönlich nicht missen.

Am Samstagabend trafen sich 16 Mitglieder zu einem gemütlichen Nachtessen.

Es ist schon fast Tradition, am Sonntag nach dem Turnier einen gemeinsamen Ausritt in der Umgebung zu machen. Bei schönstem Wetter ritten 8 gutgelaunte Mitglieder nach Alt-Bachs. Nach anderthalb Stunden kamen wir zur Hofbeiz Eichhof, wo eine feine Verpflegung auf uns wartete. Mit Ausblick ins Bachser Tal wurden genüsslich hausgemachte Wurstwaren und Desserts verspeist. Interessanterweise zeigten die Pferde vor der Pause beim Brunnen keinen Durst. Danach, als wir abermals vorbeiritten, konnten sie nicht genug vom kühlen Nass auftanken. Im schattigen Wald ritten wir frisch gestärkt zu den Stallungen zurück.

Pferde absatteln, verladen, noch schnell einen kühlen Schluck Wasser, und dann hiess es, sich auf den Weg zu machen. Gute Fahrt, bis zum nächsten Mal!

Huguette Zemp


Ende August war es soweit: Mit meiner Paso Peruano Stute Aglaia fuhr ich ans Freundschaftsturnier des PCI nach Dielsdorf. Bei der Ankunft in der Reitanlage Lägern war ich beeindruckt von der Grösse des Gebietes mit den vielen verstreuten Reitplätzen, Hallen und Stallungen. Auf die Frage nach dem Ort der Paso-Veranstaltung ernteten wir jedoch nur ratlose Blicke. So wertvoll das Turnier für uns Eingeweihte sein mag, täte doch ein klein wenig mehr Anerkennung durch die traditionelle Reiterei der Seele manchmal auch gut. Doch es blieb keine Zeit für Gedanken. Sofort hiess es satteln, auf dem Weg vom Stall zur Reithalle aufwärmen, und schon ging es los mit unserer ersten Prüfung, der „Rittigkeit E1″. Ich war ziemlich nervös, da es für uns das erste Turnier war. Dank der freundschaftlichen und entspannten Atmosphäre verflog meine Nervosität jedoch bald einmal. Ich war mit unserem Ritt zufrieden und gespannt auf das Urteil der Richter. Die Beurteilung und Begründung der Platzierung nach jeder Prüfung durch Eve Barmettler waren ausführlich und sind für meine weitere Arbeit mit Aglaia sehr hilfreich: Den Paso Llano sollte ich aktiver, ausdrucksstärker und die Figuren präziser reiten.

Weiter starteten wir am „Fun Trail“. Bei diesem Geschicklichkeitsparcours musste man beispielsweise im Paso Llano einen engen Slalom reiten oder ein U im Seitengang durchreiten. Dies hatten wir in Ruhe und ländlicher Abgeschiedenheit zuhause fleissig geübt. Da es jedoch mit dem Geräuschpegel der Zuschauer und an einem fremden Ort doch nicht das Gleiche ist wie im vertrauten Umfeld, lief nicht alles ganz so geschmiert. Dieser Druck ist aber auch eine gute Herausforderung. Das Turnier ist ungeachtet des familiären Rahmens ein ernsthafter Anlass und sehr professionell und mit viel Engagement organisiert, was mich als Teilnehmerin auch für die kommenden Turniere motiviert.

freundschaft_dielsdorf

Mit den weiteren Prüfungen kam nun das südamerikanische Element stärker zum Zug. Der Poncho wurde übergeworfen und beim „Paso Llano Natural“ konnte ich mir beinahe schon vorstellen, mit Aglaia endlos über peruanische Sandwege zu schweben. Die Vorstellung beruht leider nur auf Filmen, und als Paso-Peruano-Reiterin müsste man mal hinreisen. Nach dem reiterlichen Höhepunkt der Pisos-Prüfung, an welcher ich noch nicht teilnahm, ritt ich zum Abschluss des Turniers die „Copa de Champán“ mit – dem feierlichen Höhepunkt. Der Ritt wurde etwas erschwert, indem alle einzeln mit dem Champagnerglas in der Hand im Paso Llano eine Acht reiten, anhalten und wieder anreiten mussten. Böse Zungen behaupteten, neben dem reiterlichen Können und der Klasse des Pferdes habe auch die Erfahrung beim Halten eines Glases einen Einfluss auf die Platzierungen gehabt.

Die unterschiedlichen Charaktere und Ansprüche der verschiedenen Prüfungen haben sich sehr gut ergänzt und haben zu einem abwechslungsreichen Tag geführt. Ein wenig vermisst habe ich eine Vorführung mit Choreografie und Musik ausserhalb des Wettbewerbs. An vergangenen Veranstaltungen wurden jeweils mit diesen Vorführungen der Show-Gruppe auf eindrückliche Weise die Harmonie und Gänge der Paso Peruanos gezeigt. Vielleicht gehört dies aber nur zu einer Fiesta und wir können uns auf einen Auftritt im nächsten Jahr freuen.

Am Sonntag gingen acht Pferd-/Reiterpaare unter der kundigen Führung von Huguette und Oski noch auf einen schönen Ausritt. Ich staunte, dass wir nach kurzem Reiten bereits in einer ländlichen Gegend waren. Das Wetter war herrlich und wir genossen den etwa zweistündigen Ritt zu einem Gasthof mit schöner Aussicht, bei dem wir unsere Mittagsrast hielten. Zur Stärkung gab‘s leckere kalte Plättchen. Anschliessend ging es auf lauschigen Waldwegen wieder zurück zur Reitanlage, wo wir schliesslich unsere Sachen zusammenpackten, die Pferde einluden und nach einem ereignisreichen Wochenende müde und glücklich wieder nach Hause fuhren.

Yvonne Ward