PCI Gazette 34, Dezember 2008

Jahreshauptversammlung von 25. Oktober 2008

Barbara Camenzind

34_jahreshauptversammlung_2Am Samstag, 25. Oktober, fand die 23. PCI Jahreshauptversammlung in Mannenbach am Bodensee statt. Am Nachmittag besichtigten die Teilnehmer/innen das Schlösschen Arenenberg über dem Dorf, die Versammlung wurde um 16:30 Uhr eröffnet.

„In der festen Hoffnung auf einen wunderschönen, milden Herbsttag am 25. Oktober haben wir vorgängig zu unserer GV einen kleinen Spaziergang an einen historischen Ort eingeplant. Das Laub sollte unter unseren Füssen rascheln und die Sonne die Bäume und den See in goldenes Licht tauchen…“

So lautete im September der Text meiner Einladung zur Jahreshauptversammlung, und genauso einen Tag durften wir erleben. Der Morgennebel hatte sich in der Nordschweiz schon am Morgen verzogen und machte einem blauen Himmel und wärmenden Sonnenstrahlen Platz. Die PCI Mitglieder, nicht allzu viele dieses Jahr, trafen sich um 13:30 Uhr im Seehotel Schiff in Mannenbach und spazierten anschliessend zum Schlösschen Arenenberg, das über dem Dorf thront und den Bodensee (Untersee) und die Klosterinsel Reichenau überblickt. Eine sehr kundige und sympathische Führerin begleitete uns auf unserem Rundgang und brachte uns das Leben der Familie Bonaparte näher. Ich glaube, wir alle wurden in den Bann der Geschichte hineingezogen und versuchten lebhaft, uns das Leben von damals auszumalen. Da Napoleon der I. (vorerst) kinderlos geblieben war, vermählte er seine Stieftochter Hortense (Tochter seiner Frau Josephine) mit seinem Bruder Luis mit der Absicht, einen Neffen zu seinem Nachfolger machen zu können. Hortense gebar drei Söhne, doch der Erstgeborene starb bereits im Alter von fünf Jahren, der zweite, Napoleon Luis, mit siebenundzwanzig an Masern (oder Meuchelmord, was eher vermutet wird), und so blieb der dritte, Luis Napoleon, der einmal seinem Reich vorstehen sollte. Doch nachdem Napoleon auf die Insel Elba verbannt worden war, mussten auch seine Verwandten aus Frankreich fliehen. Hortense liess sich in Genf und im süddeutschen Raum nieder, wurde aber immer wieder ausgewiesen. Aus politischen Gründen wollte ihr niemand Asyl gewähren. Schliesslich konnte sie das kleine Schloss Arenenberg aus Privathand erwerben, und der Kanton Thurgau ignorierte die Weisung aus Frankreich, ihr keine Aufenthaltsbewilligung zu gewähren, und liess den Dingen ihren Lauf. So wuchs Luis Napoleon also in der Schweiz heran und sprach perfekt Schweizerdeutsch, wie berichtet wird. Auch soll er ein feinfühliger Reiter gewesen sein und eine grosse Leidenschaft für Araberpferde gehegt haben. Wie Walter Haigis anlässlich der Führung richtig bemerkte: Hätte der König die Paso Pferde gekannt, wäre seine Wahl sicher anders ausgefallen.

34_jahreshauptversammlung_1„Napoleon III. war, wie sein grosser Oheim, klein von Gestalt. Auf kurzen Beinen ruhte ein langer Oberkörper, auf dem ein grosser Kopf sass. Er hatte einen schleppenden Gang, und den meisten Beobachtern fiel auf, dass seine Erscheinung gewann, wenn er zu Pferde sass oder vom hohen Wagensitz herab die feurigen wohldressierten Rosse lenkte.“ (Die Familie Bonaparte auf Arenenberg, Jakob Hugentobler).

Im Anschluss an diesen Abstecher in eine längst vergangene Zeit trafen wir uns zu Kaffee und Kuchen (oder üppigen Desserts!) im sonnendurchfluteten Restaurant mit Seesicht und stärkten uns vor der Versammlung. Diese begann um ca. 16:45 Uhr und wurde von unserem Präsidenten Robert Zürrer geleitet. Es standen keine brisanten Tagesgeschäfte an. Der Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt, und als Nachfolgerin der scheidenden Revisorin Barbara Fenner konnte Béatrice Hunkeler aus Greppen bei Luzern gewonnen werden.

34_jahreshauptversammlung_3Der Antrag des Vorstandes, die Wandertrophäe „Paso des Jahres“ höchstens dreimal an dasselbe Pferd/Reiterpaar abzugeben, wurde einstimmig angenommen. Somit gilt jemand, der den Preis dreimal mit demselben Pferd gewonnen hat, als Laureado (hoch geehrt) und darf mit diesem Pferd nicht mehr teilnehmen. Diese Regelung gilt rückwirkend und ist ab 2009 in Kraft.

Das Jahresprogramm 2009 wird gemäss Vorschlägen unserer Sportchefin Huguette Zemp zwei bis drei Reitkurse vorsehen (Carla Tschümperlin, Laurence Bouteiller, ev. Andrea Jänisch), einen Grillabend im Sommer (verbunden mit einem Ausritt), ein- oder zweitages Ritte und einem kleineren Jahresturnier Ende August/Anfang September. Der Ort wird abgeklärt. Auch soll die Showgruppe aktiv gehalten werden und zwei, drei lockere Trainings übers Jahr verteilt absolvieren.

Das gemütliche Nachtessen am grossen Tisch beendete diesen friedlichen, harmonischen Tag. Der Vorstand dankt allen, die sich die Zeit genommen haben und gekommen sind. Er hofft, dass alle viele schöne Erinnerungen mitnehmen durften.

Die Jahreshauptversammlung 2009 findet am Samstag, 24. Oktober, statt.
Barbara Camenzind