PCI Gazette 33, August 2008

BEAexpo/Pferd08 in Bern, 25. April – 4. Mai 2008

Barbara Camenzind

Mit einer Besucherzahl von über 280’000 Personen schloss die BEA/Pferd08 am Sonntag, 4. Mai, ihre Tore. Die Berner Frühlingsmesse verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr einen Besucheranstieg um 10’000 Personen, Einen absoluten Spitzentag erlebte die Ausstellung am Auffahrtstag, dem 1. Mai, mit rund 55’000 Besucherinnen und Besuchern.

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Béatrice Loetscher mit Zorra Galante CSM.
Foto: Arsène von Wyss

An der nationalen Pferdemesse PFERD wurde in diesem Jahr erstmals täglich ein Schwerpunkt gesetzt. Mit diesen Thementagen wurde die Messe übersichtlich strukturiert und ermöglichte es den Besucherinnen und Besuchern, sich vertieft mit aktuellen Fragen zu Sport, Training, Gesundheit, Ausbildung oder verschiedenen Rassen und Reitarten zu befassen.

Da Peru das diesjährige Gastland der BEA/Pferd08 war wurde der PCI gebeten, am Thementag PERU das peruanische Pferd vorzustellen. Der Paso Peruano sollte als lebendes Kulturvermächtnis Perus als Gastrasse präsentiert werden, abwechselnd mit peruanischen Tänzen und Darbietungen der Alpaka- und Lamavereinigungen der Schweiz.

Der PCI hatte sich die Anfrage wohl überlegt und war zum Schluss gekommen, dass die Gestaltung eines solchen Tages innerhalb des Vereins durchführbar war. Im Januar wurde das OK mit Huguette Zemp, Carla Tschümperlin, Robert Zürrer und Barbara Camenzind gegründet, das bis zu Messebeginn alle Fäden spann und zusammenführte, so dass der PCI am Perutag mit einem schönen und vielseitigen Programm aufwarten konnte. In etwa sieben über den Tag verteilten Auftritten wurden dem interessierten Publikum die Ausbildung des Paso Peruanos in den einzelnen Schritten vorgeführt und Geschichte und Rassemerkmale näher gebracht, es wurden dreier, vierer und sechser Barridas mit spritzigen Pferden präsentiert sowie zwei kommentierte Prüfungen (Paso Llano Natural und Pisos). Richterin Eve Barmettler, assistiert von Carla Tschümperlin, erläuterte den Zuschauern auf den fast voll besetzten Tribünen, auf was sie beim Richten achtet, welche Eigenschaften gefragt sind und wie sich die Pferde präsentieren. Novotel Bern hatte, wie zuvor schon in der Gazette berichtet, wundervolle Preise aus den Werkstätten Victor López’ in Peru gestiftet. Den ersten Preis der Paso Llano Natural Prüfung, ein Showzaumzeug, durfte unser Präsident Robert Zürrer auf Don Rogerio JSS mit nachhause nehmen, den Showsattel für die Pisos Prüfung Béatrice Loetscher mit Zorra Galante CSM. Die Direktion von Novotel Bern überreichte die Preise persönlich und verlieh den Prüfungen dadurch einen festlichen Rahmen.

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Ein schön gelungenes Schaubild.
Foto: Arsène von Wyss

Der PCI dankt allen Reiterinnen und Reitern ganz herzlich, die sich für diesen Anlass engagiert, viel geübt und einen erheblichen Aufwand auf sich genommen haben. Namentlich sind dies Huguette und Oskar Zemp, Robert Zürrer, James Schneider, Brigitte Strickler, Béatrice Lötscher, Monika Bochicchio, Daniela Furrer, Yvonne Ward und Barbara Camenzind. Ebenfalls mit zur Gruppe gehören unsere wunderbare Marinera Tänzerin Andrea Schneider sowie unsere unermüdliche Trainerin Carla Tschümperlin.

Die peruanische Fiesta, die für den Abend des 30. April angesagt und von der peruanischen Botschaft in Bern organisiert worden war, entsprach nicht ganz unseren Vorstellungen. Die Botschaft hatte kurzerhand das ganze Restaurant im Pferde-Zelt mit geladenen Gästen besetzt, sodass die Besucher von auswärts, die zur Show kamen, keine Möglichkeit hatten, peruanisches Essen zu kosten. Keine Stände, keine Take-aways. Der Pisco Sour war auch ausverkauft, bis die erschöpften PCI Reiter/innen, nachdem sie ihre Pferde versorgt und gegessen hatten, sich endlich auf der Tanzfläche einfanden… Für zwei, drei Salsa Tänze reichte es noch, bevor die Band punkt 23:00 Uhr zusammenpackte, da sie laut Lärmschutzgesetz von Bern nicht länger spielen durfte (es war der Abend vor Auffahrt!). Anscheinend hat sich die peruanische Botschaft im Nachhinein für dieses unfaire Verhalten ihren (nicht-geladenen) Landsleuten gegenüber entschuldigt und ihnen eine Wiedergutmachungsparty versprochen…

Nebst den Darbietungen am Peru Tag hatte der PCI in verschiedenen Arenen täglich die Möglichkeit, die Paso Peruanos vorzuführen. An der Mittagsrasseschau zwischen 12:00 und 13:00 waren täglich zwei bis vier Pferde vertreten, in der Grossen Arena und im Round Pen fanden die Auftritte zu verschiedenen Tageszeiten statt. Auch die Paso Finos wurden durch die ausstellungserfahrene Swiss Paso Fino Farm bestens präsentiert und fanden, wie jedes Jahr, grossen Anklang. So waren die Finos trotz diesjähriger Peru-Lastigkeit seitens des PCI prominent vertreten und haben das Bild der Paso Rassen vervollständigt.

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James und Andrea Schneider.
Fotos: Stefan Rütsch

Auch der einladend gestaltete PCI Stand wurde rund um die Uhr gut besucht. An die siebzig PCI Mitglieder haben wir an diesem Anlass gezählt, entweder als Besucher oder als Aktive, und das hat uns sehr gefreut! Der Stand hat mit auserlesenem peruanischem Tack aus der Sattlerei Victor Lopez, Lima, die Besucherinnen und Besucher fasziniert, und Frau Lopez, die persönlich angereist war und ihre Sachen betreute, verkaufte gut und reiste zufrieden nachhause zurück. Einiges an Sättel und Zaumzeug hat sie in der Schweiz gelassen, und James Schneider als ihr neuer Partner für Europa übernimmt den weiteren Verkauf (siehe „Infos/News“).

Ein ganz grosses Dankeschön geht an die PCI Mitglieder, die sich für den Standdienst gemeldet haben und rundum eine grosse Hilfe waren. Ohne das Mittragen von ihnen allen wäre der Auftritt des PCI an der BEA nicht möglich gewesen. Wir danken Barbara und Gabriela Fenner, Ruth Haigis, Jean-Marc Gilliéron, Barbara Ammann, Daniela Friesecke, Stefan Rütsch, Yvonne Ward, Jacqueline Bonny, Peter Hasler, Manuela und Manfred Nussbaumer und Carla Tschümperlin und Oskar Zemp. Der grösste Dank geht aber an unsere Sportchefin Huguette Zemp, die sich unermüdlich und äusserst kompetent an allen Ecken und Enden vor und während der PFERD eingesetzt hat. Zehn Tage war sie mit Zar Galante und Cortesana vor Ort und organisierte jedes Detail so gut es ging – denn logistisch war die PFERD eine herausfordernde Aufgabe!

Ein grosses Lob gehört auch vor allem den Pferden: Sie haben ihre schwierige Aufgabe mit Bravour bestanden! Trotz Rummel vor ihren Boxen, versperrten Stallgassen mit Menschenmassen, Ballonen und Kinderwägen waren sie stets kontrolliert und hielten als Gruppe bewundernswert zusammen. Es ist immer wieder berührend festzustellen, wie schnell sie merken, dass sie zusammen eine Aufgabe zu erfüllen haben. Sie achten aufeinander und sind ruhig, solange die Kollegen da sind… Es spricht für unsere Rasse – und natürlich für die Ausbildung! – dass wir nach der letzten Vorführung am Peru-Tag im Stallzelt auf den baren Pferderücken geklettert und nur mit dem Stallhalfter die 20 Minuten ins Nationale Pferdezentrum hinuntergeritten sind, wo die Pferde etwas Ruhe fanden und übernachten konnten. Über die Autobahnbrücke, der abgesperrten Strasse lang, mitten durch Bern, und kein falscher Tritt unserer vierbeinigen Freunde… Das ist die wahre Grösse des Paso Peruano, und wir können sehr stolz auf unsere Pferde sein!

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Eine Dreierbarrida.
Fotos: Stefan Rütsch

Ein solcher Messeauftritt ist auch mit grossen Kosten verbunden. Carla Tschümperlin hatte sich die Mühe genommen und ein detailliertes Budget zu Handen der Messeleitung aufgestellt. Allein die Vorbereitungskosten (Kilometerspesen pro Teilnehmer für drei Übungstage, Ausschreibung, Hallenmiete und administrative Spesen) beliefen sich auf 6’000.- Schweizer Franken, die Kilometerspesen für den Hauptanlass auf knapp 2’000.- Franken. In diesen Beträgen sind nicht einmal Pferdehängermieten und Übernachtungsspesen der Teilnehmer/innen enthalten. Es ist interessant zu wissen, dass die Teilnahme an einer solchen Messe also theoretisch mindestens 8’000.- Franken kostet! Von der Messeleitung haben wir einen Beitrag von SFr. 5’000.- an die Spesen zugesprochen bekommen. Zudem wurden uns die Standgebühren erlassen, ebenfalls erhielten wir eine genügende Anzahl von Essensbons und freien Eintritten.

Die Teilnahme an der BEA/Pferd08 war für alle Beteiligten ein schönes, verbindendes und bereicherndes Erlebnis, das wir im Nachhinein sicher nicht missen möchten. Allerdings war der Aufwand sehr gross, und es ist wahrscheinlich, dass der PCI nur zu besonderen Anlässen wieder an einer PFERD teilnehmen wird. Oder, weil es das neue Konzept erlaubt, nur an einzelnen Thementagen. Wer weiss, vielleicht steht auch Kolumbien einmal als Gastland an!

Barbara Camenzind

Ranglisten
Paso Llano Natural
1. Robert Zürrer auf Don Rogerio JSS
2. Monika Bochicchio auf Amarosa CSM
3. Brigitte Strickler auf Rocoto
4. Yvonne Ward auf Aglaia
5. Daniela Furrer auf Monte Chica

Pisos
1. Béatrice Lötscher auf Zorra Galante CSM
2. Oskar Zemp auf Cortesana CSM
3. Barbara Camenzind auf Ultimo Amor CSM
4. Huguette Zemp auf Zar Galante CSM
5. Robert Zürrer auf Ramona
6. Brigitte Strickler auf Rocoto
7. James Schneider auf Don Rogerio