PCI Gazette 31, Dezember 2007

Septemberritt in Steihus

Barbara Camenzind

Am 22. und 23. September 2007 organisierte der PCI Präsident Robert Zürrer zwei Tagesritte, die von Steihus im Freiburgerland ausgingen. Bei allerschönstem Herbstwetter profitierten an die zehn Reiterinnen und Reiter von diesem verlockenden Angebot.

31_5Geplant war ursprünglich ein zweitägiger Wanderritt, doch die Hochwasser des Sommers haben viele Reitwege unpassierbar gemacht, und so änderte man kurzerhand die Route und startete beide Tage von Steihus aus, was den Teilnehmer/innen die zusätzliche Möglichkeit bot, auch an nur einem der Tage teilzunehmen.

Auf dem Hof von Robert und Doris Zürrer wurden die Pferde gesattelt und bereit gemacht, und gegen 10.30 Uhr ritt die zehnköpfige Truppe los. Zuerst über sanfte, grüne Hügel mit den schneebedeckten Gipfeln des Berner Oberlandes vor Augen, und bald eine alte, steile Römerstrasse hinunter ins Flusstal der Sense. Es war ausserordentlich beeindruckend, auf diesen grossen, runden, hunderte von Jahren alten Steinen zu gehen, die die Römer verlegt hatten. So wurde Geschichte äusserst lebendig, und man stellte sich vor, wie das Leben damals ausgesehen haben könnte… Heute ist die Strasse Teil des alten Jakobswegs nach Santiago de Compostela.

31_6Unten am Flussufer der Sense empfing eine gut gelaunte Mann- und Frauschaft die Reitertruppe: Doris Zürrer und Marlise Scheiwiller, Agatha und Henri Gossweiler hatten eine wunderbare Gemüsesuppe, Brot, Wein, Früchte, Süssigkeiten und Kaffee bereitgestellt. Es gibt fast nichts Schöneres als ein Picknick zusammen mit Pferden! Natürlich steckte das eine oder andere seine Nase in den Brotkorb oder ins Weinglas, aber es konnten alle nach dem Mittagessen noch gerade gehen!

31_4Zum Glück, denn jetzt wurde der Weg sehr schwierig: durch leicht sumpfiges Gelände, über und unter Baumstämmen hindurch, musste der günstigste Einstieg ins breite Flussbett erst noch gefunden werden. Schliesslich zeigte James, dass er ein echter Abenteurer und Gentleman ist: Er bugsierte kurzerhand einen störenden Baumstamm weg und sägte ein paar Äste ab, so dass ein Durchschlupf möglich wurde. Nicht für alle Pferde ganz einfach, da hiess es mutig sein!

Das ca. 150 m breite Flussbett bestand aus grossen, rundgeschliffenen Steinen, Wasser führte die Sense nur wenig. Die Pferde mussten richtiggehend über die Steine klettern, ab und zu wieder durch ein Wasserrinnsal waten, und auf der anderen Flussseite einen kurzen, aber steilen Weg hoch zur Grasburg schaffen. Dort oben gab es eine kleine Rast. Die Grasburg ist eine Ritterburg, wie man sie sich als Kind erträumt hat. Trutzig thront sie auf einem hohen Felskopf. Hervorgegangen ist sie in frühgermanischer Zeit, und 1224 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt.

31_3Mit dem Abstieg führte der Weg langsam zurück Richtung Steihus. Die schönen Freiburger Bauernhöfe am Wegrand, behangen mit üppigem Blumenschmuck, waren eine Augenweide. Nach dem Versorgen der Pferde liess sich die müde Reitertruppe im Garten unter den Bäumen nieder und prostete sich mit einem echten Pisco Sour zu. So lässt sich gut leben!

Auch der zweite Reittag führte die Steihuser Schar in schönstes Freiburgisches Gelände. An diesem Tag waren die Wege für die Pferde nicht so anspruchsvoll und führten durch die sanfte Hügellandschaft des Sensebezirkes. Auch auf diesem Ausritt sorgte das fleissige Verpflegungsteam mit einem feinen Gemüsegratin unterwegs für eine willkommene Stärkung. Das Wetter hätte nicht besser sein können. Die Teilnehmer/innen waren begeistert, und es zeichnet sich ab, dass solche Ritte die liebste Aktivität der PCI Mitglieder sind. Es sind unvergessliche Tage und Momente, die man zusammen erlebt und von deren Erinnerungen man noch lange zehren kann. Einen herzlichen Dank an Robert und Doris Zürrer für die hervorragende Organisation und die Gastfreundschaft, und auch an alle, die schon Ritte organisiert haben oder es noch planen!

Barbara Camenzind

Fotos: Henri Grossweiler