PCI Gazette 31, Dezember 2007

PCI Jahreshauptversammlung 2007

Barbara Camenzind

Am 20. Oktober fand im berühmten Schweizer Wallfahrtsort Einsiedeln die 22. PCI Jahreshauptversammlung statt. Es gab keine Änderungen im Vorstand, die Ämter der Paso Fino und Paso Peruano Delegierten wurden hingegen neu besetzt.

31Die PCI Mitglieder staunten nicht schlecht, als sie am Mittag des 20. Oktober in Einsiedeln eintrafen: Über Nacht war der erste Schneeschauer der Saison gefallen, und dementsprechend kalt war es auf diesen luftigen 889 m über Meer. Der Führung im Marstall des Klosters, das als ältestes noch bestehendes Gestüt in Europa gilt, folgten wir – trotz freundlichem Wetter – mit eisigen Füssen.

Es offenbarte sich bald, dass diese Einsiedler Pferdezucht ums Überleben kämpfen muss und eine kleine, gut gehütete Liebhaberzucht ist; gerade noch an die zwanzig Pferde stehen im Gestüt, zwei Fohlen wurden dieses Jahr geboren. Einsiedler Hengste gibt es nicht, wie wir belehrt wurden, für die Stuten werden immer Schweizer Warmbluthengste gesucht, in deren Blutlinien noch Einsiedler-Blut nachweisbar ist. Meistens werden diese im Nationalgestüt in Avenches gefunden. Die Pferde verbringen einen Grossteil ihrer Tage auf den klostereigenen Weiden, in den Ställen stehen ihnen Gruppenausläufe und Paddocks zur Verfügung.

Die Ställe werden nach und nach saniert, die meisten der handwerklichen Arbeiten werden von den Klosterbrüdern (Benediktiner) selbst ausgeführt. Das braucht Zeit, denn sie müssen ja auch ihre täglichen Gebetszeiten und ihre Dienste in der Klostergemeinschaft wahrnehmen. Ora et Labora – Bete und Arbeite, das gilt auch heute noch.

Leider können die Ställe nicht in jedem Details ganz so pferdegerecht umgebaut werden, wie es sich die Stallbetreiber wünschen. Wir erfahren, dass in der Baukommission verschiedenste Gremien vertreten sind und es nicht immer gelingt, diese zu überzeugen, was zum Besten des Pferdes ist; zu viele Stimmen haben ein Wörtchen mitzureden. Da sind zum einen die „Pferdemenschen“, die den Stall leiten und die Interessen des Pferdes vertreten, zum anderen das Kloster als Besitzer der Anlage, dann die Geldgeber, die politische Gemeinde und zu guter Letzt noch der Heimatschutz, der mit scharfem Auge über die Ausführung wacht.

Wie auch immer, die neuen Stallungen werden grosszügig und hell, wenn auch etwas zu stark vergittert, und ein Spaziergang durch den Marstall wird sich in Zukunft bestimmt lohnen, wenn die Pferde nicht gerade auf der Sommerweide sind.

Anschliessend, um 17.00 Uhr, begann die Jahreshauptversammlung im Hotel Drei Könige am Klosterplatz. Wir haben uns gefreut, an die 25 PCI Mitglieder begrüssen zu dürfen. Den Jahresbericht des Präsidenten Robert Zürrer und einen Jahresrückblick der Sportwartin Huguette Zemp können Sie in dieser Ausgabe auf den Seiten 10 bis 13 lesen. Vorstandsneuwahlen standen nicht an, nur die Wiederwahl der Vizepräsidentin Barbara Camenzind, die denn auch wiedergewählt wurde. Neu zu besetzen galt es hingegen das Amt des Paso Fino Delegierten, das Jairo Vargas nach zweijähriger Amtszeit abgegeben hat. Dieses Amt war das Sorgenkind des PCI, denn es ist und war schwierig, eine dafür geeignete Person in der Schweiz zu finden, die die Kontakte zur Paso Fino Szene im Ausland pflegt und dem Vorstand und zu Handen der Gazette regelmässig Bericht erstattet, in Zukunft aber auch für Fohlenbeurteilungen für die Aufnahme ins Herdebuch zur Verfügung steht. Das Amt des Paso Fino Delegierten im PCI blieb auch schon ein paar Jahre frei, was eine unbefriedigende Situation war. Eine gute Lösung konnte nun dahin gefunden werden, dass die für diese Stelle am besten geeignete Person, Carla Tschümperlin, ihr Amt als Paso Peruano Delegierte auf Vorschlag des Vorstandes spontan abgegeben hat und sich als Paso Fino Delegierte zur Wahl stellte. Sie wurde einstimmig gewählt, und somit hat der PCI nun wieder eine sehr kompetente Paso Fino Vertreterin mit guten Beziehungen ins nahe Ausland und zu den Ursprunglsländern (als ehemalige CONFEPASO Delegierte). Die freigewordene Aufgabe der Paso Peruano Delegierten wurde Barbara Camenzind übertragen, die ebenfalls gute Kontakte zur europäischen Paso Peruano Szene und zu Peru pflegt und ihr Auge an verschiedenen peruanischen Turnieren und Seminaren schulen konnte.

Paso Fino und Paso Peruano Delegierte sind übrigens keine Vorstandmitglieder, sondern zugezogene Experten, die laut Statuten (Art. 33) an den Vorstandssitzungen teilnehmen können.

Auf den Jahreshauptanlass 2008 darf man gespannt sein: Peru wird Gastland der Pferd 08 in Bern sein, und der PCI ist vom Veranstalter angefragt worden, ob er mit den Pferden den offiziellen Peru-Tag gestalten könne. Der Vorstand ist nun in Verhandlung mit Bern, um ein Konzept und eine Kostenbeteiligung auszuarbeiten. Nach ersten Recherchen kann sich der PCI vorstellen, an die zwölf Präsentationen, über den Tag verteilt, anzubieten, inklusive einem kleinen, kommentierten Show-Turnier. Wie die Paso Finos in den Peru-Tag einbezogen werden können, ist eine offene Frage. Es ist möglich, dass sie für diesen Anlass etwas in den Hintergrund treten müssen. Aber wer weiss, vielleicht wird auch Kolumbien einmal Gastland in Bern, und dann kommt ihre Chance!

Die GV hat dem Vorstand zur Planung der Beteiligung in Bern ein Budget von Fr. 4‘000.- zugesprochen. Fried Bauer spendete spontan EUR 300.- an den Anlass, wofür ihm herzlich gedankt sei!

(Das Datum für den Peru-Tag steht inzwischen fest. Es ist der Mittwoch, 30. April 2008. Siehe auch S. 18).
Alle weiteren Ergebnisse der Jahreshauptversammlung 2007 können Sie im beigelegten Protokoll nachlesen.

Der Abend wurde im gemütlichen Kreis mit einem feinen Essen beschlossen, und wir danken allen Mitgliedern herzlich, die sich die Zeit genommen haben, die Zukunft unserer wunderbaren Pferde mitzuplanen.
Die nächste PCI Jahreshauptversammlung findet am Samstag, 25. Oktober 2008 statt, der Austragungsort wird rechtzeitig mitgeteilt. Übrigens nimmt der Vorstand Vorschläge gerne entgegen.

Barbara Camenzind