PCI Gazette 31, Dezember 2007

Jahresbericht des Präsidenten

Robert Zürrer

Den Jahresbericht des PCI Präsidenten Robert Zürrer, den er anlässlich der Jahreshauptversammlung am 20. Oktober in Einsiedeln verlesen hat, drucken wir hier für diejenigen Mitglieder ab, die nicht dabei sein konnten. (Anm.: Das PCI Geschäftsjahr dauert vom 1.Juli bis 30. Juni).

Wir dürfen auf ein Jahr mit einer beachtlichen Anzahl von Aktivitäten zurückblicken. Nebst dem PCI Turnier wurden verschiedene gemeinsame Ausritte und Kurse angeboten, welche unseren Mitgliedern zur Teilnahme offen standen. An diversen externen Anlässen hatten wir zudem die Möglichkeit, unsere Rassen zu präsentieren.

Dass alle diese Veranstaltungen ohne nennenswerte Probleme und Pannen abgehalten werden konnten, ist sehr erfreulich und zweifellos zu einem grossen Teil der sorgfältigen Vorbereitung und Planung der betreffenden Verantwortlichen zu verdanken.

31_1Was mir im vergangenen Vereinsjahr besonders aufgefallen ist war das grosse Interesse an Paso Pferden von Leuten, die mit Pasos bisher wenig oder nichts zu tun hatten. Wir wurden zeitweilig fast überschwemmt mit Anfragen, wo es Möglichkeiten gäbe, Paso Pferde zu reiten. So hatten wir bei uns in Steihus immer wieder Reiter und Reiterinnen aus ganz anderen reitsportlichen Disziplinen zu Gast, die einfach einmal erleben wollten, wie es sich auf einem Paso anfühlt. Dies sind zwar kaum Leute, die ihre sportlichen Ambitionen zu Gunsten eines Paso Pferdes aufgeben würden, aber es war trotzdem interessant zu sehen, wie die meisten mit ziemlicher Begeisterung auf die ungewohnte Erfahrung reagierten.

Das grosse Interesse und die Lust, einmal ein töltendes Pferd im Allgemeinen und einen Paso im Speziellen auszuprobieren, hängt einerseits vielleicht mit der einen oder anderen unserer Veranstaltungen zusammen, andererseits glaube ich aber, dass besonders auch der Einbezug der Gangpferdereiterei in Kurse zur Pferdehaltung, wie zum Beispiel dem Equigarde Kurs in Avenches, entscheidend dazu beiträgt, die Neugierde auf diese Pferde zu wecken.

Ein weiterer sehr wichtiger Schritt in die gleiche Richtung ist auch die Anerkennung einer „Fachrichtung Gangpferde“ in der OdA (Organisation der Arbeitswelt) der Pferdeberufe. Dass die „Fachrichtung Gangpferde“ akzeptiert wurde, ist zu einem massgeblichen Teil dem beispiellosen Einsatz einer Pferdefrau zu verdanken, und ich möchte es nicht unterlassen, ihr an dieser Stelle meinen besten Dank auszusprechen: unserem Mitglied Eve Barmettler. Sie setzt sich unermüdlich dafür ein, dass die Ausbildung von Gangpferdereiterinnen und -reitern den ihr zustehenden Platz erhält. Von Seiten des PCI können wir sie dabei sicher etwas unterstützen, indem wir an den von ihr organisierten Rassepräsentationen teilnehmen.
Das starke Interesse schlägt sich offensichtlich auch in einem vermehrten Informationsbedürfnis nieder. So erhielten wir im vergangenen Jahr ungewöhnlich viele Anfragen, insbesondere mit Bezug auf die Registrierung von Pferden, aber auch im Zusammenhang mit Informationen zum Pferdepass.

Leider muss ich eingestehen, dass es bezüglich der Registrierung von Pferden nicht immer ganz einfach ist, befriedigende Antworten zu finden. Dies gilt besonders für Anfragen aus benachbarten EU Ländern. Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, ein Pferd zu registrieren. Die Entscheidung liegt letztlich beim Pferdebesitzer. In diesem Zusammenhang mangelt es aber an der Kommunikation zwischen den Paso Rassenorganisationen in den verschiedenen Ländern. Ich glaube deshalb, dass es gut und notwendig wäre, entsprechende Kontakte zu suchen, um offene Fragen zu diskutieren. Besonders wichtig wäre, einen einheitlichen Standard für minimale Anforderungen für eine Herdebuchaufnahme zu schaffen. Auf jeden Fall ist es äusserst unbefriedigend, wenn Pferdebesitzer/innen keine klaren und eindeutigen Antworten auf ihre Fragen bekommen können.

Als Vertreter der Herdebuchstelle verstehe ich es klar als meine Aufgabe, solche Fragen zum Pferderegister und zur Anerkennung von Pferden zur Herdebuchaufnahme zu beantworten. Eine ganze Anzahl von Anfragen haben aber auch Themen betroffen, für welche wir im PCI Vorstand absolut nicht zuständig sind. Es waren dies vor allem Fragen zur Tierschutzverordnung, Tierarzneimittelverordnung und anderen gesetzlichen Bestimmungen, die das Pferd im Allgemeinen betreffen. Für diese Auskünfte sind ganz klar und eindeutig die entsprechenden Amtsstellen zuständig. Und wenn dort halt hin und wieder keine befriedigende Antwort zu erhalten ist bringt es auch nichts, wenn man seinen – zwar verständlichen – Frust am Verantwortlichen der PCI Herdebuchstelle oder der Geschäftsstelle auslässt.

Ich möchte zum Schluss allen Vorstandsmitgliedern bestens danken für ihren Einsatz und auch für die angenehme Zusammenarbeit. Den Mitgliedern, welche an PCI Veranstaltungen teilgenommen haben, möchte ich ebenfalls ganz speziell danken. Durch diese Teilnahme honorieren sie die Arbeit des Vorstandes am besten.

Robert Zürrer