PCI Gazette 31, Dezember 2007

Editorial

Robert Zürrer

Mit der Jahreshauptversammlung vom 20. Oktober in Einsiedeln hat ein aktives PCI Jahr seinen Abschluss gefunden. Es freut mich, dass wir recht viele Mitglieder an dieser GV begrüssen konnten. Mit dem Besuch des Marstalles des Klosters Einsiedeln konnte ein attraktives Rahmenprogramm geboten werden.

Leider war aber diese Besichtigung für viele zweifellos etwas ernüchternd. Der frühere Glanz der Einsiedlerzucht ist ziemlich verblasst, und die Pferdehaltung an diesem geschichtsträchtigen Ort unterscheidet sich, abgesehen von der malerischen Kulisse, nicht mehr stark von einem durchschnittlichen Pferdepensions- und Zuchtbetrieb. Das ist auf der einen Seite schade, aber widerspiegelt halt nichts anderes als die reale Situation in der Schweiz, welche für eine wirtschaftlich tragbare Pferdezucht alles andere als rosig ist. Da helfen auch die Zuchtförderungsbeiträge von Bund und Kantonen nicht weiter, zumal diese möglicherweise über kurz oder lang auch noch versiegen werden. Bleibt also nur noch die reine Hobbyzucht, welche weniger auf Wirtschaftlichkeit angewiesen ist, und die Zucht von Spitzenpferden für den Sporteinsatz, die risikoreich und kapitalintensiv ist.

Dass die öffentliche Hand den Zuchtförderungsbeiträgen an den Kragen will, zeigt sich aktuell in einem neuen Beschluss der Bundesbehörden. Danach soll nur noch jenen Zuchtorganisationen Beiträge ausbezahlt werden, welche pro Jahr mindestens Fr. 30‘000.- beanspruchen können. Damit werden schon mal eine ganze Anzahl kleinerer Zuchtverbände (wie der PCI) von den Zuchtförderungsbeiträgen ausgeschlossen. Der Grund für diesen Beschluss: ein zu hoher administrativer Aufwand. Dass damit das Prinzip der Gleichberechtigung der in der Schweiz anerkannten Rassen arg strapaziert wird, scheint niemanden allzu gross zu beunruhigen. Dabei wäre es meines Erachtens ehrlicher und mutiger gewesen, gleich die ganzen Zuchtförderungsbeiträge zu streichen; dies wäre dann eine echte finanzielle und administrative Einsparung gewesen!

Mit dem Chlaushöck vom 8. Dezember hat das Kalenderjahr für den PCI einen gemütlichen Abschluss gefunden. Ich wünsche Euch allen im Namen des PCI ebenso gemütliche Festtage und gute Gesundheit und viel Glück im Stall im neuen Jahr. Ich hoffe, viele von Euch 2008 wieder an einer unserer PCI Veranstaltungen begrüssen zu dürfen.

Robert Zürrer, Präsident