PCI Gazette 30, September 2007

PCI Freundschaftsturnier in Ruswil, 25.8.2007

Das diesjährige PCI Turnier konnte am Wochenende vom 25./26. August bei strahlend schönem Wetter erfolgreich durchgeführt werden. Es war ein kleines, aber feines Freundschaftsturnier in familiärer und lockerer Atmosphäre.

Einen Tag vor Anmeldeschluss zum PCI Freundschaftsturnier 2007 war der Vorstand ratlos über drei eingegangene Anmeldungen. Kann es wirklich sein, dass kein Interesse unserer Mitglieder an einem fröhlichen, lockeren Paso-Tag besteht, wo wir uns wieder einmal treffen, unsere Pferde gemeinsam vorstellen und uns angeregt unterhalten wollen?

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Paso Liano Natural

Ein Aufatmen gab es zwei Tage später, als dann 31 Anmeldungen vorlagen, von 18 Paso Pferden und 13 anderen Gangpferden, die sich für die offenen Gangprüfungen angemeldet hatten. Aufgrund der grossen Nachfrage öffnete der PCI nebst der Dreigang- und Naturtöltprüfung auch die Rittigkeitsprüfung für alle Gangpferde. So freuten wir uns, dass wir ein American Saddlebred Horse (mit Barbara Burkhard-Hürlimann), ein Kentucky Mountain Horse (mit Renate Hürlimann), zwei Paso Ibero Americanos (Verena Fischer und Sybille Hess), zwei töltende Traber (Ruedi Fischer und Felicia Eisenring), zwei Aegidienberger (Linda Brunner und Chris Gut) und drei Isländer (Sandra Röthenmund, Irene Kellenberger und Tina Trachsel) zu Gast hatten.

Zum ersten Mal fand unser Turnier in der Reithalle Mooshof in Ruswil im Luzernischen statt. Gut zu erreichen ab Autobahnausfahrt Sempach oder Emmen Nord, stellte uns die Familie Wyser ihre luftige, helle Reithalle und grosse Boxen zur Verfügung. Für diejenigen Pferde, die nur tagsüber zu Gast waren, wurden unter dem Hallenvordach Panels errichtet, die uns Eve Barmettler grosszügigerweise zur Verfügung stellte. So waren alle Pferde gut versorgt und machten einen sehr zufriedenen Eindruck, da sie von Pferdekollegen umgeben waren und dem Geschehen rund um die Halle zugucken durften.

Als Richterin konnten wir, wie schon letztes Jahr in Avenches, Simone Rubli gewinnen, und zusammen mit Carla Tschümperlin als Assistentin stand sie den ganzen Tag über unermüdlich im Einsatz. Beim gemeinsamen Nachtessen gestand sie, sie wäre durchaus noch fit genug, um ein paar weitere Prüfungen zu richten, es hätte ihr grosse Freude gemacht, diese unterschiedlichen Pferderassen zu beobachten und zu beurteilen!

Bei strahlend schönem Wetter begann unser Turnier am Samstag Morgen pünktlich um 9.15 Uhr mit der Offenen Dreigangprüfung. Aufgrund des erfreulich grossen Teilnehmerfeldes musste die Prüfung in zwei Gruppen gestartet werden. In dieser Prüfung fanden sich alle oben erwähnten Rassen vereinigt, und es war für die Richterin eine anspruchsvolle Aufgabe, rassespezifische Eigenheiten zu berücksichtigen und sie mit den gestellten Aufgaben in Einklang zu bringen.

Auch die Rittigkeitsprüfung war mit elf TeilnehmerInnen sehr gut belegt. Ganz besonders hat uns gefreut, dass Huguette und Oskar Zemp den ersten und zweiten Rang belegen konnten, obwohl sie den ganzen Tag voll und ganz in die Turnier-Organisation eingespannt waren. Satteln, aufsteigen und siegen, dann zurück zur Arbeit – Herzliche Gratulation!

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Robert Zürrer auf Regalo JSS

Die folgende Naturtöltprüfung war ebenfalls ein besonderes Ereignis. Unser PCI Präsident, der es zum ersten Mal wagte, an einem PCI Turnier mitzureiten, siegte auf dem peruanischen Importpferd Regalo JSS ohne die geringste Anstrengung. Das Pferd zeigte seine Qualitäten, die es als „echten“ Peruaner auszeichnen!

Sehr gefreut hat den Vorstand, dass eine Gruppe Paso Finos zustande gekommen ist und dass somit eine Paso Fino Pleasure angeboten werden konnte. Bekanntlich gibt es im PCI wenig aktive Paso Fino Turnierteilnehmer nebst den Rancho Terrazza Züchtern Hanspeter und Angelika Guntern aus Brig. Dank ihrer Teilnahme kamen die Zuschauer auch in den Genuss einer Paso Fino Performance mit einem Feld von drei TeilnehmerInnen. Den Sieg durfte Angelika Guntern mit Gananciosa QC mit nachhause nehmen, gefolgt von Hanspeter Guntern auf Dhamina de la Terrazza. Die junge Rappstute „Madonna“ von Sybille Oesch sammelte in dieser Prüfung ihre ersten Erfahrungen und präsentierte sich ebenfalls sehr vorteilhaft.

Auch die Paso Llano Natural (ehemals Paso Llano A) gewann Robert Zürrer locker mit Don Rogerio JSS, dem zweiten Importpferd aus Peru, und nicht erstaunlich dann, dass Regalo JSS unter Jaime Canoza den zweiten Rang belegte. Aufsehen erregte auch der temperamentvolle Palomino Hengst Faldero HB der Familie Mike und Diana Zimmermann, geritten von James Schneider jun.

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James und Andrea Schneider

Mit diesem Pferd „tanzte“ James Schneider zusammen mit seiner charmanten Frau Andrea in der Mittagspause eine peruanische Marinera. In einem wunderschönen rot-weissen, handgewobenen Kleid, bestickt mit Blüten und Pfauen, zog Andrea die Zuschauer und Zuschauerinnen in ihren Bann. Barfuss, mit einem weissen Taschentuch in der Hand, lockte, kokettierte und verführte sie den galanten Reiter, dieser warb mit engen Wendungen, Levaden und Sprüngen um sie. Ein wenig zu temperamentvoll, wie es James schien, denn er war mit dieser Vorführung nicht ganz zufrieden und wiederholte sie am Ende der Veranstaltung mit dem Pferd Don Rogerio JSS. Das Resultat war dann eher nach seiner Vorstellung. Dieser traditionelle peruanische Tanz ist eine Augenweide, und es ist ein ganz besonderes Erlebnis, James und Andrea zuschauen zu dürfen. Von beiden geht eine grosse Ausstrahlung aus.

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James Schneider

In der Mittagspause kamen die Gäste in den Genuss von einigen peruanischen Spezialitäten wie Tamales (in Maisblätter gehüllten Maisbrei mit Poulet), Anticuchos (Rindsherzspiesschen), Chicha Morada (ein süsses Getränk) und dem berühmten Pisco Sour. Wem dies zu exotisch war, konnte sich auch an einer Wurst und Salat sättigen.

Mit der Copa de Champán wurde dieses kleine, freundliche und familiäre Turnier 2007 beendet. Wir zählten an die hundert ZuschauerInnen, einige kamen sogar extra aus Deutschland her. Gefreut hat uns auch peruanische Präsenz sowie der Besuch von Flavio Sartori, Projektleiter der PFERD 08 (für unsere ausländischen Freunde: die grösste und wichtigste Pferdemesse in der Schweiz, gekoppelt an die BEA, eine Ausstellung für Gewerbe, Landwirtschaft und Industrie). 2008 wird Peru Gastland an der BEA sein! Der PCI wird in der einen oder anderen Weise in diesen BEA/PFERD 08 Auftritt involviert werden, der Vorstand steckt in den Verhandlungen.

Der PCI dankt allen Helferinnen und Helfern, die am Gelingen dieses Tages im Vorfeld und vor Ort einen Beitrag geleistet haben, ganz herzlich für ihren Einsatz! Besonders hervorheben möchten wir die hervorragende organisatorische Arbeit von OK-Präsidentin Huguette Zemp und Oskar Zemp, sowie die Teilnahme von Simone Rubli als Richterin.

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Sonntagsausritt am Sempachersee

Elf ReiterInnen hatten sich für den Ausritt am darauffolgenden Sonntag angemeldet, und bei schönstem Sommerwetter ritt die Gruppe gegen 9 Uhr los. Vorbei an malerischen Bauernhöfen mit üppigem Geraniumschmuck führte der Weg eine Anhöhe hinauf, von der aus sich eine prächtige Aussicht auf die Schweizer Berge präsentierte. Dann wand sich der Weg durch Wiesen und ländliche Siedlungen hinunter bis zum Sempachersee. Dort wurde die Gruppe mit einem Picknick empfangen, aber zuerst hatten einige nur das eine Ziel: mit den Pferden ins Wasser! Huguette und Oski hatten eine gute Stelle ausgesucht, und die Pferde konnten auf weichem Sand in den See hineinwaten. Nach anfänglicher Scheu wagten es die ersten, und bald planschten und spritzten unsere Lieblinge zu unserem grossen Vergnügen herum. Solche Erlebnisse gehören wohl zu den schönsten Erinnerungen vieler Reiterinnen und Reiter!

Turnier am einen und ein gemeinsamer Ausritt am zweiten Tag – das ist eine erfolgreiche Kombination, wie sich schon bereits in Bellelay und Avenches gezeigt hat. Entspannter Plausch nach einem anstrengenden Turniertag – diese Tradition möchten wir gerne aufrecht erhalten und weiterhin ermöglichen. Lassen wir uns überraschen, was der PCI Vorstand 2008 für Pläne hat!

Barbara Camenzimd